Material

Vorstellung neuer Materialien mit Erfahrungsbericht


American Classic Laufräder und Tubeless System

“American Classic MTB Race und Wide Lightning, schau dir das mal an.” So lautete die Anweisung von Teamchef Olaf, als er erste Ambitionen äußerte, den Laufradhersteller zu wechseln. Gehört hatte ich vorher schon ein wenig über American Classic Laufräder, aber eigene Erfahrungen? Fehlanzeige!

Während unseres Trainingslagers im Februar sammelte ich erste Eindrücke von AC-Laufrädern, allerdings nicht im Gelände, sondern auf der Straße. Der Unterschied zu üblichen Laufrädern war sofort klar zu erkennen, kaum 1.219gr Laufradgewicht (für den Satz wohlgemerkt) sind schon eine Ansage. Obendrein versteht sich der Hersteller und vor allem der zuständige Deutschlandvertrieb Revolutionssports als Anbieter von Systemlaufrädern, allerdings wird hier das System weitergedacht als bei vielen anderen. Zum System gehören nicht nur Nabe, Felge, Speichen und Nippel, sondern neben dem klassischen Laufradaufbau kommt die Tubelesstechnik, die es ermöglichen soll, mit Dichtflüssigkeit auf den sonst üblichen Schlauch zu verzichten.

Konstantin Henschen als Chef von Revolutionssports predigt in stoischer Ruhe jedem der es wissen möchte/sollte, welche Vorteile mit Tubeless zu erzielen sind oder sein werden. Er ist dabei derart überzeugend, dass es im Grunde keine Zweifel über die Tauglichkeit gibt. Schon im Testbericht über den Straßenlaufradsatz AC Road tubeless schrieb ich von der erschreckenden Unauffälligkeit, die im Trainingslager auf den Straßen Mallorca`s vorherrschte, während andere gerade ihre Reifen reparierten und wir zuschauten. Ob dies nun so in dieser Überlegenheit auch ins Gelände zu übertragen ist, davon kann ich mich seit Mitte März im Training überzeugen.

Ich darf für die Saison 2 Laufradsätze von American Classic fahren, zum einen den MTB Race (1460gr) und zum anderen den Wide Lightning (1560gr). Der Unterschied zwischen den Laufrädern ist die verbaute Felge, der leichtere MTB Race besitzt eine Felge mit 24mm Innenbreite, die Wide Lightning`s gar ganze 29mm! Und was heißt das nun für den Fahrer? 24mm ist breit, 29mm breeeeiiiiter! Im Klartext, man kann auf der breiteren Felge schmalere und leichtere Reifen montieren, die dann durch den breiten Sitz auf der Felge dennoch wie „Breitreifen“ ausfallen. Vorteil? Weniger rotierende Masse heißt deutlich leichtere Beschleunigung und obendrein kann man die Reifen mit wenig Luftdruck fahren, da die Gefahr von Durchschlägen mit einhergehendem Plattfuß ohne Schlauch nicht oder kaum vorhanden ist und dies zudem zu mehr Traktion und ganz besonders wichtig für lange Rennen, geringerem Rollwiderstand und Belastung für den Körper führt.

Bevor es auf die erste Tour ging, mussten die Conti Race- und X-King Protection-Reifen montiert und mit Plattenkiller Dichtflüssigkeit montiert werden. Zuerst klappte das Aufpumpen der Reifen mit der Standpumpe jedoch nicht, doch nach Studium des Montagevideos versuchte ich es noch einmal unter Zuhilfenahme von Spüli und reichlich damit erzeugtem Schaum. Resultat: funktioniert tadellos. 60ml Dichtflüssigkeit durch das Ventil und erneut auf Betriebsdruck aufgepumpt – fertig war das Systemlaufrad. Kurz rotiert und geschüttelt, in das Rad eingebaut und ab in den Wald.

Der erste Eindruck war gleich sehr vielversprechend, nämlich scheinen die klassisch aufgebauten Laufräder sehr steif zu sein, was sich unmittelbar in Vortrieb ummünzt. Ebenfalls fiel mir als Ich-habe-den-lautesten-Freilauf-Hasser das angenehme Surren im Leerlauf auf, so mag ich das am liebsten. Apropos Freilauf, eine richtig gute Idee hatte man bei der Konstruktion dieses Bauteils: Es wurde eine kleine Stahlschiene eingebaut, damit sich gerade die einzelnen kleinen Ritzel nicht in das Aluminium fressen. Wie und ob das auch tatsächlich funktioniert, werde ich bald wissen.
Während der Ausfahrt fiel vor allem auf, dass nichts auffiel. Die Reifen waren sofort dicht und die Breite des Reifens auf der Felge ist unglaublich. Vorne senkte ich den Druck auf mittlerweile 1,4 bar ab, hinten bin ich derzeit bei 1,6 bar angekommen. Und es ist soooo geil!

Durch die guten Erfahrungen mit den Protection-Reifen montierte ich auf dem MTB Race Laufradsatz umgehend den Conti X-King in der RaceSport-Variante. Und das Fazit hier: Entgegen aller Unkenrufe und Pessimismus waren auch die guten Stücke unmittelbar einsatzbereit, ein Traum.
Nun werde ich die kommenden Wochen vermehrt in den wunderschönen Wäldern Waldeck-Frankenbergs und bei den Rennveranstaltungen unterwegs sein und die gesammelten Eindrücke zu gegebener Zeit zu Papier bringen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und freue mich riesig auf die Saison!